False friends‘ – Englisches Theaterstück am Kaiserplatz

 

 

 

 

‚False friends‘ kennt wohl ein jeder, der eine fremde Sprache erlernt: So hat etwa die Vokabel „prospects“ eben nicht mit Werbebroschüren zu tun, sondern bedeutet etwas ganz Anderes, nämlich Zukunftsaussichten. Genau darüber brütet der 15jährige Jamie bei den verhassten Hausaufgaben, die er höchst unwillig und lückenhaft anfertigt, was ihm die Versetzung zu gefährden droht.

 

 

Seine Mutter kennt natürlich des Übels Ursachen und reagiert prompt: Für zwei Wochen muss Jamie auf sein Handy und seinen Computer verzichten. Und als wäre das nicht genug, wird dem armen Jungen auch noch das tugendhafte Nachbarsmädchen Claire als Vorbild vorgehalten und sogleich als Nachhilfe angeheuert. Was als Dramenstoff in sicherlich vielen Familien alltäglich abläuft, wurde am vergangenen Montag ( 25.01.2016) als Bühnenstück von dem Tourneetheater „Theatre@School“ aus Krefeld für die 7. und 8. Klassen auf der Bühne an der Gesamtschule Kaiserplatz aufgeführt.

 

 

Vielleicht manchmal doch anders als im richtigen Leben gab es hier ein happy end: Claire entpuppt sich als echter Kumpel und bringt Jamie auf die richtige Bahn. Seine Mutter darf sich bestätigt sehen in ihrer Meinung, dass die rein virtuellen Freunde, die Jamie überall auf der Welt über das Internet gewonnen hat, eben nur „false friends“ sind und nichts über eine echte Freundschaft mit einem realen Menschen geht. So einfach die Botschaft, so schwierig bisweilen das Verständnis, denn das Stück wurde in englischer Sprache aufgeführt, noch dazu von zwei native speakers. Elliot Burton und Shawney Ross reduzierten keineswegs ihr gewohntes Sprechtempo, verstanden es aber durch ihr hinreißendes und temporeiches Spiel die Schülerinnen und Schüler zu begeistern, auch wenn vielleicht die ein oder andere Vokabel bei denen fehlen mochte. Auch nach dem Stück standen die beiden noch für ein Gespräch mit dem Publikum zur Verfügung, ebenfalls natürlich in englischer Sprache. Beide mussten nämlich gestehen, dass sie kaum Deutsch sprächen, es wäre ja auch sehr schwierig eine Sprache zu lernen, die statt eines schlichten „sorry“ ein Wort wie „Entschuldigung“ erfunden hätte. Damit war der Bann für die Schülerinnen und Schüler endgültig gebrochen, die sich schließlich trauten, viele Fragen in fast perfektem Englisch zu stellen. So erfüllte sich an diesem Vormittag das, was das Tourneetheater für sich beansprucht, nämlich jungen Menschen die englische Sprache durch Theaterstücke über alltägliche und aktuelle Themen näher zu bringen und das Vertrauen in die eigene Sprachfähigkeiten zu stärken.

 

 

 

Für die Gesamtschule Kaiserplatz bedeutete die Vorführung auch in anderer Hinsicht eine Premiere, erstmalig wurde die neue Bühnentechnik eingesetzt, die es möglich macht, das Geschehen auf der Bühne auf eine große Leinwand zu projizieren. Dank des engagierten Schüler-Medienteams war auch der technische Ablauf einwandfrei.