Deutsche JuniorAkademie NRW 2016

 

 

In den Sommerferien besuchte ich vom 03.08.-13.08.16 die Deutsche JuniorAkademie NRW. Dafür wurde ich schon im Januar von der Schule nominiert, habe mich beworben und wurde tatsächlich genommen.

 

 

Was ist eine JuniorAkademie?

Unter der JuniorAkademie versteht man ein 10-tägiges Seminar im Auftrag des Ministeriums für Schule und Weiterbildung für besonders leistungsfähige und motivierte Schüler der 8. und 9. Klasse.

In NRW gibt es die JuniorAkademie an drei Standorten: in Jülich, Ostbevern und Königswinter. Diese beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themengebieten. Während in Jülich die Kurse Forensik, Micro-Controller und Nanotechnologie angeboten wurden, waren die Kurse Nanotechnology, Biomimicry und Investigating the Physical Universe auf Schloss Loburg in Ostbevern alle auf Englisch. Sie wurden von britischen Fachlehrern und Wissenschaftlern geleitet. In Königswinter an der CJD Christophorusschule, dem Standort, den ich besuchte, wurden die Kurse Forensik, Astrophysik und MolekulareBiomedizin angeboten. Ich besuchte den Forensik-Kurs.

 

Schon im Vorfeld wurde uns über ein Internetportal aufgetragen, ein Kurzreferat von etwa 10-20 Minuten Länge vorzubereiten. Themen wie Verwesung, Besondere Arten der Verwesung wie Wasserleichen, Brandermittlung, Ballistik oder Brandermittlung wurden darin behandelt. Mein Thema war „Tod durch Schussverletzungen“.

 

Am ersten Tag wurde die JuniorAkademie mit den Teilnehmern, Eltern und Familien, sowie den Kursleitern feierlich durch den Landesbeauftragten für JuniorAkademien Michael Funke eröffnet.

Der Tagesplan, den er dort vorstellte, schreckte erstmal alle ab. Dieser begann morgens um 6.30 Uhr mit Frühsport und endete abends um 22.00 Uhr. Dazwischen gab es gerade einmal fünf Minuten (!) Freizeit.

 

 

Die Akademie ist das, was du aus ihr machst!“, erklärte uns die Akademieleiterin Andrina Jäschner, denn jeden Tag gab es zwei sogenannte KüA-Schienen, die von den Kursteilnehmern selber angeboten und gestaltet wurden. Diese KüAs (Kursübergreifende Angebote) waren sehr breit gefächert. Es gab sportliche Angebote wie Fechten, Football, Parcour oder Schwimmen, aber auch zum Beispiel einige Sprachkurse in Spanisch, Ungarisch oder Russisch. Es gab sogar einen Tanzkurs, in dem wir Standardtänze wie Walzer, Disco Fox und Cha-Cha-Cha tanzten. Ein Chor ist an der JuniorAkademie Tradition.

 

In den zwei täglichen Kursblöcken hatte ich durch hauptsächlich praktisches Arbeiten und die besonderen Inhalte besonders viel Spaß. Unser größtes Projekt starteten wir gleich am ersten Tag: Eine Bodyfarm. Dabei beobachteten wir die Verwesungsstadien bei verschiedenen Rattenleichen. Wir hatten Leichentypen wie Wasserleichen, Brandleichen, hängende, auf dem Boden liegende, vergrabene und luftdicht verpackte Leichen. Es war sehr interessant zu sehen, welche Insekten sich nach einem bestimmten Zeitraum absetzen oder zu erkennen, wie die einzelnen Leichentypen nach einiger Zeit riechen. Jeden Tag machten wir uns Notizen über die Ratten, aber auch über Umwelteinflüsse wie Temperatur oder Sonneneinstrahlung.

 

Besonders viel Spaß hat mir auch das Thema Tatortanalyse gemacht. Dabei dachten wir uns in 3er Gruppen ein Szenario aus und fertigten dazu einen Tatort an. Anhand von (künstlichen) Blutspritzern, Reifenspuren oder Fuß- und Fingerabdrücken sollten dann die Anderen den Fall auflösen. Es war sehr lustig die anderen Tatorte zu analysieren, aber auch, die anderen Teilnehmer zu sehen, wie sie den eigenen Tatort behandeln.

 

 

Ein großes Highlight war für mich auch der Besuch von Lydia und Mark Benecke.

Die zwei weltberühmten Forensiker brachten uns ihren Beruf mit Hilfe eines Vortrages näher. Lydia Benecke erzählte uns als forensische Psychologin von echten Fällen und einigen besonderen Psychopathen. Diese waren so abgedreht, dass man die Geschichten gar nicht glauben konnte.

 

Mark Benecke, auch der „Herr der Fliegen und Maden“ genannt, erzählte uns viel über Gerüche, Insekten, Maden und Bakterien anhand unserer Bodyfarm. Es ist wirklich erstaunlich, wie er keine Grenzen kennt. Ob in blutigen Tatorten oder dem bestialischen Gestank der Verwesung.

 

 

 

Er erklärte uns, wie man am Geruch der Leiche den Todeszeitpunkt und die Leichenart bestimmen konnte. Besonders ekelig war, als er die luftdicht verpackte Ratte nach sieben Tagen zum ersten Mal an die Luft ließ und wir den Gestank mit einem Adjektiv beschreiben sollten. Es ist ehrlich gesagt kaum in Worte zu fassen.

 

In die anderen Kurse bekamen wir nur am sogenannten Tag der Rotation einen Einblick gewährt. Dabei stellte jeder Kurs seine bisherigen Taten und Erfahrungen vor.

Der Astrophysik-Kurs bearbeitete vor allem theoretisch die Entstehung der Planeten und des Weltalls. Die Teilnehmer hatten einen Ausflug zum Radioteleskop in Effelsberg.

Bei den „Biomedizinern“ wurden Themen wie Gene, Zellen oder Moleküle behandelt. Sie bauten eigene Mikroskope und besuchten das Caesar-Institut (Center of Advanced European Studies and Research).

 

Am letzten Tag fand die große Abschlussfeier mit hochrangigen Gästen aus Politik und Wirtschaft statt. Dabei wurden alle Kurse vorgestellt, Reden wurden gehalten und der Chor sang Lieder wie „Rolling in the Deep“ von Adele. Jeder Kurs hat im Rahmen einer eigenen Choreographie die Kursinhalte und teilweise Ergebnisse vor über 200 Zuschauern präsentiert. Zuvor konnten die Gäste der Abschlussveranstaltung in den Kursräumen sich über die Inhalte der letzten 10 Kurstage informieren und bekamen sehr viele Details dargestellt.

 

 

 

Die Zeit an der JuniorAkademie bleibt für mich unvergesslich. Das gemeinsame Arbeiten an den Projekten und die Atmosphäre sind nicht zu beschreiben. Ich lernte neue Freunde kennen, mit denen ich mich auf einer „Wellenlänge“ befand. Damit man den Kontakt mit diesen besonderen Leuten nicht verliert, sind alle automatisch im sogenannten CdE, dem Club der Ehemaligen. Dieser organisiert mehrmals im Jahr Nachtreffen und weitere Akademien und Kursangebote.

 

Ich bin sehr glücklich darüber, dass mich die Gesamtschule Kaiserplatz für die Teilnahme an der JuniorAkademie nominiert hat und vor allem sehr stolz, dass ich angenommen wurde. Es war für mich ein einmaliges Erlebnis.

 

David Termast