Eine Woche in Spaniens Hauptstadt Madrid

 

 

Am 14. Mai machten sich neun unserer 8. KlässerInnen in Begleitung von Fr. Hartwich, Fr. Glaß und Hr. Singh auf in Spaniens Hauptstadt Madrid, um den Gegenbesuch unserer Austauschschule „Colegio Concertado El Salvador“ in Leganés (eine eigenständige Stadt vor den Toren Madrids) zu absolvieren.

 

Madrid, Madrid, ¡qué bien tu nombre suena 

rompeolas de todas las Españas! 

(Antonio Machado, 1936) 

 

Madrid, Madrid, wie schön Dein Name klingt,

Wellenbrecherin aller Spanien!

 

Direkt nach der Landung, nachdem wir unser Gebäck an uns genommen haben, erwartete uns am Ankunftsausgang ein frenetischer Empfang mit wunderschön gestalteten Plakaten aller GastschülerInnen mit deren Eltern und in Begleitung einiger Lehrkräfte. Als wir uns alle herzlich begrüßt und unterhalten haben, ging jeder direkt im Anschluss mit seinem Gastkind in die Familien und verbrachten dort den restlichen Nachmittag und Abend.

 

 

 

Am Montagmorgen ging es dann in die Partnerschule und wir konnten hautnahe erste Einblicke in den spanischen Unterricht  bekommen. Davor wurden unsere SchülerInnen in verschiedene Klassen eingeteilt und bekamen ein kurzes Impulsreferat von zwei Gastkindern über das spanische Schulsystem präsentiert.

 

Nach einem aufregenden Vormittag in den Klassen erwartete uns am Nachmittag eine kleine Stadtführung durch Madrid. Wir trafen uns am „Puerta del Sol“, einem der meistbesuchten Plätze Madrids und gingen von dort aus die „Gran Via“ hinunter bis zum berühmten „Cibeles Brunnen“, wo oft die gigantischen Feiern der Anhänger von Real-Madrid stattfinden, nachdem die „Königlichen“ Meisterschaften und Pokale gewonnen haben. Während des Rundganges bekamen wir von einem Kollegen unsere Partnerschule viele tolle Geschichten, Legenden und Hintergrundinformationen über die einzelnen Sehenswürdigkeiten erzählt, was den Rundgang noch lebhafter gestaltete. Zuletzt schauten wir uns den „Plaza Mayor“ an, in dessen Mitte eine riesige Bühne aufgebaut war zu der Festivität „San Isidoro 2017“. Dabei wurden verschiedene musikalische Stücke von einem Orchester gespielt. Dort nahmen wir auch einen typischen spanischen Snack ein, nämlich ein schönes Calamari Sandwich vom „besten Schnellrestaurant“ Madrids. Hier endete dann auch die gemeinsame Stadtführung und die Kinder fuhren mit den Gastfamilien wieder zurück nach Leganés.

 

 

Dienstagsvormittgas verbrachten wir wieder in der Schule, in denen einige SchülerInnen dem spanischen Sportunterricht aktiv begleiten durften. Dabei wurde eine Choreographie zum berühmten Welthit „Despacito“ von Luis Fonsi einstudiert. Nach so einem anstrengenden Vormittag durften unsere SchülerInnen dem Nachmittagsunterricht fernbleiben und fuhren bei sonnigen Temperaturen gemeinsam mit den Begleitungslehrern mit dem Zug nach Madrid.  Dort besichtigten wir den „Palacio Real“ – den königlichen Palast, die offizielle Residenz der spanischen Königsfamilie. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den ebenfalls türkischen Erasmus Schülerinnen durften unsere SchülerInnen ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen – nämlich dem obligatorischen „Powershoppen“. Dafür hatten sie lediglich  1 ½ Stunden Zeit. Am „Poerto del Sol“ trafen wir uns dann am späten Nachmittag mit unseren spanischen GastschülerInnen und Lehrern und gingen gemeinsam zu Fuß zum „Retiro-Park“, einem großen Park am östlichen Rand der Innenstadt Madrids. Wir betraten den Park am imposanten und wunderschön anzusehenden Haupteingang – dem „Puerta de Alcalá“. Von dort aus liefen wir zum Monument für Alfons XII. am künstlichen See Estanque del Ritero.

 

 

Auf dem See verbrachten viele SchülerInnen eine schöne und vor allem spaßige Padeltour in vierer Booten.

So ging ein sonniger Dienstag in einem wunderschönen, erholsamen Park zu Ende.

 

Am Mittwochmorgen trafen wir uns in der Schule und machten in Begleitung vom Lehrer Fernando S. einen Ausflug zur Town Hall (Rathaus) von Leganés. Dort bekamen wir von zwei städtischen Mitarbeitern eine Führung durchs Rathaus. Dabei war besonders das Stadtparlament, wo die öffentlichen Sitzungen der hiesigen Stadtverordneten stattfinden, interessant. Wir durften uns auf die Sitze der Abgeordneten setzen und haben den Ablauf einer solchen Sitzung erklärt bekommen. Das Highlight der Führung erwartete uns im oberen Stockwerk des Rathauses – eine persönliche Audienz beim amtierenden Bürgermeister von Leganés. Dieser erklärte uns einige politische Abläufe und Arbeiten, die er als Bürgermeister verrichten muss und beantwortete  geduldig alle Fragen, die uns auf dem Herzen lagen. Als kleines Andenken bekam jeder von uns eine Präsenttüte überreicht. Auch einen wunderschönen Bilddruck bekamen wir ausgehändigt, der als Geschenk für unsere Schule überreicht wurde.

 

Am Ende bedankten wir uns persönlich beim Bürgermeister für seine Zeit und bei unserem spanischen Lehrer Fernando, der uns alles ins Englische übersetzt hatte.

 

Zurück in der Schule hielten unsere zwei Jungs Lars und Luca die erste Präsentation. Dabei informierten sie  die spanischen SchülerInnen ein wenig über unsere Heimatstadt Krefeld. Von der Entstehung des Stadtwappens, den Sehenswürdigkeiten bis hin zu den ansässigen Sportvereine haben die Jungs nichts ausgespart.

 

 

Im zweiten Referat informierten Emily und Lea unsere spanischen Gäste über Deutschland und NRW. Dabei beantwortet sie fleißig viele Fragen der interessierten Zuhörerschaft.

 

Am späten Nachmittag kamen wir in den Genuss die Sonderausstellung „Pablo Picasso“ im „Museo de La Reina Sofia“  in Madrid zu besuchen. Dabei konnten unsere SchülerInnen hautnahe viele weltberühmte Gemälde und Bilder von Pablo Picasso und Salvador Dali begutachten und sich einen tollen Einblick in die verschiedenen Stile verschaffen.

 

Am Donnerstagmorgen unternahmen wir eine Exkursion zum Faro de Moncloa – einen 110 Meter hoher Sendeturm mit seiner 360° Aussichtsplattform. Leider wurden wir beim Eintreffen am Turm böse überrascht. Wir konnten den Turm aufgrund von technischen Wartungsarbeiten leider nicht besichtigen und konnten uns Madrid nicht von oben betrachten.

 

Jedoch stellte unser Gastlehrer schnell ein Alternativprogramm auf und wir begaben uns ins „Museo de America“.

 

Dort konnten wir uns 1 ½ Stunden über archäologische, ethnographische und künstlerische Exponate aus Nord- und Südamerika informieren. Die Sammlung enthält etwa 25.000 Gegenstände vom Paläolithikum bis zur Gegenwart und enthält die bedeutendste Sammlung präkolumbianischer Kunst außerhalb Amerikas.

 

 

Am Mittag trafen wir uns mit vielen SchülerInnen unsere Gastschule in  einer kleinen Parkanlage, die am Vormittag ein spanisches Theaterstück in Madrid besuchten. Dort konnten wir uns die Nachbildung des ägyptischen Tempels von Debod anschauen, die Mitten im Park stand. Nach einem gemeinsamen Verweilen im Park und einem Picknick traten wir die Rückreise per Bus nach Leganés an.

 

Am Abend trafen wir uns zu einem großen, gemeinsamen „Abschlussessen“ mit den Gastfamilien, Lehrern und dem Schulleiter in einem amerikanischen Restaurant in Leganés.  Dort konnten wir nochmals in gemütlicher Runde die Woche Revue passieren lassen und einen kulinarischen und unterhaltsamen Abend erleben. Auch wurde ein Film gezeigt, der die Erlebnisse unserer spanischen Gäste beim Deutschlandbesuch zeigte. Auch wurden seitens der Gastschule Danksagungen an die betreuenden Gastfamilien und involvierenden Lehrern ausgesprochen und Urkunden verteilt. Die Schülerinnen und Schüler hatten nachdem gemeinsamen Speisen noch ein wenig Zeit im Partykeller des Restaurants den Abend musikalisch und tanzend ausklingen zu lassen. 

 

Am Freitag besuchten wir ein letztes Mal die Schule und den spanischen Unterricht. Die restlichen Referate und Präsentationen wurden seitens unserer SchülerInnen gehalten. Auch die Lehrer haben eine Abschlussreflexion der Ersamus-Woche durchgeführt und nützliche Tipps und Informationen ausgetauscht.  Am Ende viel der  Abschied schwer, doch verließen wir alle mit tollen Erlebnissen, Eindrücken und neuen Freunden und Bekannten die Schule. Der Freitagnachmittag ist zur freien Freizeitgestaltung  Verfügung gestellt worden, so dass viele SchülerInnen mit ihren Gastkindern und Familien noch individuelle Beschäftigungen nachgehen konnten, wie beispielsweise einen Besuch in eine Trampolinhalle oder einen Ausflug ins Bernabeu Stadion – der Spielstätte des Fußballteams Real Madrid.

 

Am frühen Samstagmorgen flogen wir dann zurück nach Düsseldorf, wo wir sehnsüchtig von den Eltern in Empfang genommen worden sind. Etwas müde, aber sehr glücklich und zufrieden endete unsere gemeinsame Erasmus-Woche in Madrid.