Gesamtschule Kaiserplatz nun offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

 

 

Manche Anwohner der Gesamtschule wird es vielleicht gewundert haben, dass am vergangenen Freitagnachmittag nach Schulschluss noch ein reges Treiben auf dem Schulhof am Kaiserplatz zu hören war.

 

Ein Sportkurs aus der Oberstufe hatte nämlich ein Sport- und Spielefest für den Jahrgang 5 und die neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler gleichen Alters organisiert. Bevor die Kinder sich jedoch bei vielfältigen Geschicklichkeitsspielen  austoben konnten, wurden sie erst einmal von der Schulleiterin Kathrin Rengers zu einer kleinen Bühne gebeten, wo ihr feierlich von Joanna Trappmann-Rosen vom kommunalen  Integrationszentrum (KI) der Stadt Krefeld ein Urkunde ausgehändigt wurde. Die Gesamtschule Kaiserplatz darf sich nämlich fortan als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bezeichnen. Dieser Titel versteht sich keinesfalls als Auszeichnung, sondern als Absichtserklärung und soll in das Schulprogramm der Schule aufgenommen werden, so der didaktische Leiter Jan von der Heydt.

 

 

Das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ entstand als Reaktion auf die rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten Ende der 90er Jahre, wobei sich die Ausrichtung mittlerweile auf alle Formen von Diskriminierungen erweitert hat. Mindestens 70% der SchülerInnen und MitarbeiterInnen einer Schule müssen eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnen. Damit erklären sie nicht nur, dass sie regelmäßig Projekte zu dem Thema durchführen, sondern auch im Schulalltag gegen jede Form von Diskriminierung couragiert einstehen. Eine weitere Bedingung  besteht darin, dass eine bekannte Persönlichkeit die Patenschaft für das Projekt übernimmt.

 

 

Die Schülervertretung hatte bereits im letzten Schuljahr gemeinsam mit ihrem SV-Lehrer Sebastian Mathé alle Klassen über das Projekt informiert und fleißig Unterschriften gesammelt. Insgesamt haben am Kaiserplatz weit über 80% nicht nur der Schülerinnen und Schüler, sondern auch der Lehrerinnen und Lehrer und aller übrigen Mitarbeiter mit ihrer Unterschrift bekundet, dass an ihrer Schule Diskriminierungen vermieden und offen angesprochen werden sollen. Bei dieser aufwendigen Vorbereitung wurde die SV immer wieder tatkräftig von Frau Trappmann-Rosen unterstützt, sei es durch informierende Materialien oder durch ihre persönlichen Besuche.

 

 

Als Patin hatte sich Lisa Schmidla, Gewinnerin der Goldmedaille im Rudern bei der Olympiade in Rio, bereit erklärt, ihre ehemalige Schule bei dem Projekt zu unterstützen. Bevor sie am Freitag von vielen Schülerinnen und Schülern umringt und schnell um ihre Autogrammkarten erleichtert wurde, sagte sie auf der Bühne, sie stände zu 100 Prozent hinter der Idee dieser Initiative.

 

 

Nicht von ungefähr hatte Herr Mathé einen Kurs aus der Oberstufe mit der Durchführung des Spielefestes betraut, denn bereits seit einem Jahr unterstützen zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarstufe II ehrenamtlich in ihren Freistunden die neu zugewanderten Kinder beim Erlernen der deutschen Sprache. Dies ist nur ein Beispiel, wie sich die Gesamtschule Kaiserplatz nicht nur auf dem Papier als Schule ohne Rassismus versteht und weiter entwickeln möchte.

 

Jan von der Heydt (Didaktischer Leiter), 23.06.2017