Spanien vs. Deutschland

Concerted Colegio El Salvador vs. Gesamtschule Kaiserplatz:

Ein Schulvergleich

 

 

Die Gesamtschule Kaiserplatz ist wirklich ganz anders, als die spanische Privatschule Colegio El Salvador, die wir im Februar 2019 besuchten.

 

Unser Schulsystem unterscheidet sich vom spanischen Schulsystem. In Deutschland kann man bis zu 13 Jahren zur Schule gehen. Von der Klasse 1-4 besuchen wir die Grundschule und anschließend eine weiterführende Schule von der 5. bis zur 10. Klasse (wie z. B. unsere Schule, die Gesamtschule Kaiserplatz). Schülerinnen und Schüler, die die Voraussetzung erfüllen, können weiterhin die Klasse 11-13 besuchen und mit dem höchsten Schulabschluss, dem Abitur abschließen. In der spanischen Schule ist das so, dass die Kinder ab der 1. Klasse in die gleiche Schule gehen. In dem Colegio El Salvador  gibt es eine 1. bis 4. Klasse in der Primary School und eine 1. bis 4. Klasse in der Secondary school. Während unsere Schule ab einem Alter von 11 Jahren besucht wird und die ältesten Schüler 19 Jahre alt sind, reicht das Alter der Schülerinnen und Schüler am Colegio El Salvador von 3 bis 18 Jahren, da in dem Schulgebäude auch ein Kindergarten untergebracht ist.

 

Unsere Schule hat 6 Klassen pro Jahrgang, also etwa 1450 Schülerinnen und Schüler. Die spanische Schule hat nur zwei Klassen pro Jahrgangsstufe und so nur ca. 700 Schülerinnen und Schüler. Die Klassengrößen sind ungefähr gleich und liegen in beiden Schulen zwischen 25 und 30 Schülern. Die jüngeren SchülerInnen werden in Spanien noch von extra Erziehern betreut. Entsprechend der geringeren Schülerzahl hat das Colegio El Salvador nur 51 Angestellte, während die Gesamtschule Kaiserplatz ca. 130 hat.

 

Zu Beginn der 5. Klasse bekommen wir zwei Klassenlehrer, die uns in der Regel bis zum Ende der 10. Klasse betreuen. In Spanien wechseln die Klassenlehrer jedes Jahr.

 

Während wir in Deutschland mit den Noten 1 – 6 (sehr gut bis unegnügend) benotet werden, vergeben die spanischen Lehrer die Noten 1 – 10, wobei die 10 die beste Note ist und die 1 die schlechteste. Bei uns ist das umgekehrt. Die 1 ist bei uns die beste Note und die 6 die schlechteste.

 

Alle SchülerInnen tragen in Spanien eine Schuluniform. Sie haben eine normale Uniform für den Unterricht und eine Sportuniform. Ab der 3. Klasse (Primary School) muss man nur noch die Sportuniformen tragen. In unserer Gesamtschule müssen wir keine Schuluniform tragen.

 


In unserer Schule dauern die Schulstunden 45 Minuten und wir haben keine festgesetzte Stundenzahl pro Tag. In Spanien dauern die Schulstunden 60 Minuten und die Schülerinnen und Schüler haben erst nach drei Stunden eine Pause von 30 Minuten und 6 Stunden pro Tag. In Spanien beginnt der Unterricht um 8:30 Uhr und endet um 14:30 Uhr.  Bei uns beginnt der Unterricht um 8:10 und endet zu unterschiedlichen Zeiten (z. B. 13:25 Uhr; 15:10 Uhr oder 15:55 Uhr). Die erste Pause haben wir nach zwei Stunden von 9:45 Uhr – 10:05 Uhr und die nächste von 11:40 Uhr – 11:55 Uhr.  Von 13:25 Uhr bis 14:25 Uhr haben wir die Mittagspause, in der wir in der Mensa essen gehen können. Gemeinsam ist unser und der spanischen Schule die Fünf-Minuten-Pause zwischen den einzelnen Unterrichtsstunden.

 

Die spanischen Schulfächer unterscheiden sich nicht so von unseren. Neben Mathematik, Englisch und Sport, steht bei den Spaniern natürlich Spanisch auf dem Stundenplan (bei uns im gegenzug Deutsch) und Economycs, was etwa vergleichbar mit unserem Unterrichtsfach Arbeitslehre Wirtschaft ist. Außerdem haben wir das Fach WP, in welchem wir aus vier Fächern unseren Schwerpunkt wählen.

 

In beiden Schulen gibt es jeweils eine Cafeteria bzw. eine Mensa. Unsere ist aber wesentlich größer. 

 

 

Nun zum wahrscheinlich besondersten an dem Colegio El Salvador. Der Pausenhof für die älteren Schülerinnen und Schüler befindet sich auf dem Dach. Das ist sehr platzsparend und praktisch, aber es gibt auch einen gewissen Gefängnis-Flair, wenn man oben steht. Alles ist eingezaunt und mit Stacheldraht übersäht. Unten, auf dem Schulhof für die Kleinen, schaut man auf eine 2,5 Meter hohe Mauer, die den ganzen Pausenhof einzaunt. Natürlich ist auch auf dieser Mauer jede Menge Stacheldraht. Außerdem ist ein riesiges Eingangstor immer abgeschlossen, und man kommt nicht so einfach in die Schule rein oder raus. Da unsere Schule sehr groß ist und sich auf zwei Seiten einer viel befahrenen Straße befindet, haben wir gleich zwei Schulhöfe. Einen für die Schülerinnen und Schüler der Abteilung I (5. bis 7. Klasse) und die 10 Klassen und einen für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9. Außerdem gibt es einen Schulgarten, in welchem sich die 5.Klässler in der Pause aufhalten dürfen. Die spanischen Schülerinnen und Schüler durfen sich während der Pausen nicht in ihren Klassenräumen aufhalten. Wir dürfen uns in der Pause im Klassenraum aufhalten, es sei denn, wir haben etwas angestellt und unsere Klassenlehrer beschließen, dass die Klassen geschlossen bleibt. Wir können uns bei Regen dann in der Mensa oder im SLZ aufhalten.

 

 

Unsere Schule hat ein Schülerselbstlernzentrum (SLZ), in welchem wir Schulmaterial erwerben am Computer recherchieren oder einfach nur entspannen können. Die spanische Schule hat ebenfalls einen Computerraum, diesen dürfen die Schülerinnen und Schüler aber nur im Unterricht besuchen.

 

 

In deutschen Schulen hat man die Möglichkeit viele verschiedene Abschlüsse zu machen. In Spanien nicht. Man macht seinen Abschluss und geht danach für gewöhnlich weitere 3-5 Jahre auf ein College.

 

(Marie Holzer, Kristina Bashin und Tristan Schroers)