Pflanzen, Pinsel, Putzeimer: Eine Schule schreitet zur Tat

 

 

Schon seit vielen Jahren leidet die Schulgemeinde der Gesamtschule Kaiserplatz darunter, dass ihr Gebäude an vielen Stellen buchstäblich in die Jahre kommt. So finden sich an etlichen Wänden und Böden Löcher oder andere gravierende Schäden, die das Wohlbefinden oder gar die Sicherheit gefährden. Die Öffentlichkeit nimmt dies allenfalls an Wahltagen wahr, an denen auch schulfremde Menschen einmal wieder die Schule als Wahllokal betreten. Zwar wurden im letzten Sommer aufwendige Sanierungsarbeiten vollzogen, doch in den verschiedenen Gremien der Schule ist das Thema Gebäude immer noch ein Dauerbrenner, da längst noch nicht alle Schäden behoben worden sind.

 

Die Schülervertretung und die Schulentwicklungsgruppe haben nun das Heft des Handelns in die Hand genommen und den Vorschlag gemacht, einen Tag damit zu verbringen, das renovierungsbedürftige Gebäude samt Schulhöfen zu verschönern. So wurde der 24. Juni 2019 gemeinsam von Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern damit verbracht, selbst aktiv das eigene Arbeitsumfeld zu verschönern.

 

 

Die Schülervertretung hatte bereits Pläne vorgelegt, die Schulhöfe samt Schülergarten nicht nur optisch freundlicher zu gestalten, sondern auch Bewegungsangebote für die Pausen einzurichten. So wurden die Säulen in den Farben des Schullogos gestrichen und Spielfelder auf den Böden aufgetragen. In der Mensa wurden Pflanzenkübel aufgestellt, um den einzigen Oberstufenbereich der Schule deutlicher vom Essensbereich abzutrennen. Außerdem wurden die Klassenräume auf Vordermann gebracht und im neuen Schuljahr wird ein interner Wettbewerb für den besten Klassenraum geplant, bei dem es nicht nur um die Optik geht, sondern auch um die Qualität einer ansprechenden Lernumgebung. Schließlich wurde endlich ein Flur neu gestrichen, der trotz Sanierung der Klassenräume in seinem schäbigen Zustand aus den 80er Jahren verblieben war.

 

 

Wer am Montag in die Schule kam, konnte viele Menschen sehen, die bei sengender Hitze geschrubbt, gewienert, geputzt und wie auch immer gearbeitet haben, um das Gebäude zumindest im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu verschönern. Der Hausmeister und ein Malerbetrieb standen mit fachkundiger Unterstützung zur Verfügung. Die Materialkosten von fast 10.000 € wurden dankenswerterweise vom Förderverein übernommen oder von Erlösen aus Wettbewerben und Projekten bestritten. Viele Ideen konnten aber nur dadurch realisiert werden, dass die Arbeitskraft eben nicht entlohnt wurde. Schon vor einigen Wochen waren einige Toiletten von Schülerinnen und Schülern ehrenamtlich renoviert und besser ausgestattet worden.

So waren alle Beteiligten am Ende des Tages zwar verschwitzt und erschöpft, aber zufrieden mit dem sichtbaren Ergebnis und mit dem tollen Gemeinschaftsgefühl. Einig waren sie sich darin, dass dank des hohen Engagements die Identifikation mit der eigenen Schule steigen werde. Bei aller Freude waren aber auch kritische Töne dahingehend zu hören, dass viele dringend erforderliche Renovierungs- und vor allem Grundreinigungsarbeiten eigentlich nicht von Lehrerinnen und Lehrern bzw. Schülerinnen und Schülern geleistet werden müssten. Auch traten bei den Arbeiten noch weitere erhebliche Schäden zu Tage. Schließlich können solche Aktivitäten einen weiteren Engpass am Kaiserplatz nicht beheben, nämlich die akute Raumnot.